Bewegung fördert Kreativität

Offene Augen

Als ehemalige Kunsterzieherin habe ich viel Freude an dem kreativen Umgang mit meinen Fotos und Bildern.

Ich experimentiere und zeige meine Arbeiten in den Artroom- Ausstellungen des Vereins, in dem ich Mitglied bin.

Aber auch an anderen Orten konnte ich schon meine Bilder ausstellen:

Reha-Zentrum Lübben - Rathaus Birkenwerder - Rechtsanwaltskanzlei Engelmann in Oranienburg - Galerie Weick in Berlin - Fenster in Oranienburg


18
Apr
Fantasie

"Denk an was Schönes!"

Das empfahl mir meine Mutti immer dann, wenn ich nicht einschlafen konnte - damals, als ich ein kleines Mädchen war. Mitunter war es in meinem Kinderzimmer aber auch verdammt gruselig! Schaute doch tatsächlich der Teufel aus meinem Spiezeugschrank grinsend heraus! 

 

Jedoch daran war ich selbst Schuld, hatte ich die Schranktür nicht ordentlich verschlossen und die gute Holzkasperpuppe zeigte ihr grün-rotes Gesicht, denn anderen Platz gab es für sie nicht bei all dem Wichtigen im Schrank. 

Merkwürdige Geräusche bummerten in die Stille. Schnell etwas Schönes herbeidenken! Zum Glück ließ der dicke Brummel, mein Teddybär,es zu, dass der kleine Angsthase sich hinein verkriechen konnte. Das gleichmässige Bum-bum-bum wurde ruhiger, galoppierte nicht mehr in meinem Ohr und im Lockenkopf konnte in nahezu absoluter Sicherheit die Suche nach dem Schönen starten. Das kam hervor und begann vor meinem inneren Auge zu tanzen: Mal war es die Vorfreude auf etwas Konkretes, mal das Nachträumen eines Märchens, das selbstverständlich glückvoll ausging. 
Ich begann zu fabulieren. Größer geworden, schrieb ich oftmals auf, was da so in meinem "Köppel" steckte. Das tu ich bis heute. 
Manchmal aber wurden und werden die schönen Geschichten ganz schön lang und, entgegen Muttis Erwartung, rauben sie mir etwas Schlaf. 

Was ich wurde und bin, hat viel mit Muttis Rat zu tun. Mir fiel das vorhin auf. Ich muss es ihr sagen, sie wird dieses Jahr 83. 
Wenn heute der alte hölzerne Gruselteufel mich von meiner Schrankwand herunter angrinst, schmunzele ich über die Kinderängste. Viele Jahre sind vergangen und, normal irgendwie, es kam viel, viel dicker als dieses HUUUU - ICH BIN DER TEUFEL. 
Doch bei allem: "Denk an was Schönes!" 
Ich las und bin, um mit Strittmatters Worten aus einem meiner Lieblingsbücher zu glänzen : "Empfindlich uff die Wörter."

Ich las gern Zweig, Heine, Goethe, Balzac. Musste mich durchkämpfen. Aitmatows Werke, allesamt. Das formte. Noch heute lache ich über Kants "Aula". Darf man das noch zugeben? Christa Wolf, Gisela Steineckert, ihre Sprache mag ich. Mit riesigem Spaß las ich die "Schackelstern"- Geschichten und und und.Ich erwähne einige, weil sie heute zu oft vergessen wurden. Sich mit ihren Werken aus heutiger Sicht zu befassen empfinde ich als lohnenswert. Niemand kann aus seiner Zeit herausspringen, aber sie haben uns trotzdem etwas zu sagen. 

Manche dieser meiner schönen Einschlafgeschichten habe ich wahr machen können. Gut, es wurde kein Doppelstockbus, mit dem ich Reisen unternehmen kann und in ihm übernachten. Ein Minibus tut es sehr wohl auch. Okay, ich wurde keine Prinzessin und kein Filmstar ließ Jungmädchenträume wahr werden. Ist nicht nötig. 
Wer nun meint: OHA, ein Tagträumerchen - nö. Wobei, Tagträume helfen so manche Kreativität in Gang zu bringen. 
Nicht immer war es einfach, das Schöne zu finden, absolut nicht. Jedoch irgendwann kam auf dem dunklen Rumpelgleis dann doch eine Weiche und die Reise führte aus dem Tunnel heraus, wenn man selbst rechtzeitig die Kurve bekommt oder sich zumindest in sie hinein legt. Manches Mal muss ich ordentlich fluchen, kann wütend sein wie als Kind. 
Kritisch sein, ja Mutti, nicht nur träumen und den Teufel an den Hörnern packen, hinten in den Schrank stecken, Tür zu, gut vorher Ordnung schaffen in dem Chaos von 1000 Dingen, dann ist der Blick wieder freier. 

All die Geschichten lassen sich zu Bildern formen. Auch in ihnen träume ich gern weiter oder halte mich an dem fest, dessen schlichte Schönheit ich bewundere.

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Da steht sie nun. 
Die Staffelei. 
Immer im Blick. Und immer wieder schaue ich darauf. Mal von links, mal von rechts. Mal bei Sonnenschein, mal mit Seitenlicht. Manchmal mit dem Staubsauger in der Hand - aber immer: Und nu? 

Kreativ - das klemmt gerade. Oder nicht? `Ne Dampfmaschiieen soll`s nicht werden. Obwohl ja der Steampunk was mit Dampf zu tun hat, vom Namen her zumindest. 
Dampf - Stichwort! Ich sollte Wäsche bügeln. 
Während ich die Jeans meines Enkels auseinander heddernd auf rechts ziehe, glätte, fällt mir auf, wie lang die Hosenbeine in der letzten Zeit geworden sind. Kein Wunder, vor zwei Jahren küsste ich zum Abschied seine Stirn, nun ist es umgekehrt. 
Zeit - das wollt ich unterbringen, irgendwie. 
T-Shirt, muss gebügelt werden - zischhhhh. Ich stehe ja nicht unter Dampf. Wann auch immer dieses Bild fertig wird, ist allein mein Ding. 
Aber- ich lasse das Zischdings stehen, wandere wieder zur Staffelei, da innen irgendwo geistert ein Tun rum. Es ist so eine seltsame Unruhe in der rechten Hand. Neee, die Bügelwäsche! 
Da kann die Hand Sinnvolles tun. 
Sie macht es. Zisch - es duftet nach frischer Wäsche. Diese Bluse ist aber nicht meine. Nö, gehört meiner Tochter. Schön, sie trägt wieder farbig und froh. Die Zeit heilt Wunden, nicht ganz, aber lässt sie erträglich werden. 
Zeit - schon wieder. 
Ich sollte diesen Raum anders gestalten. Die Bügelpresse steht zu dicht an der Staffelei. 
Klick, die Presse stellt sich aus. Glück für mich und meine Mitbewohner. Schlecht für meine Klamotten. Klecks, auf den Pulli - Acrylfarbe kann haltbar sein. Das olle Oberhemd, welches mir als Malerkittel dient, hängt brav an seinem Haken, voll all der bunten Kleckse. Nur eben nicht mit dem verziert, der nun auf meinem Pulli prangt. 
Bügeln - kann ich morgen noch. Ich muss das Bild ausm Kopf, aus der Seele, aus den Gedanken bekommen. Los Kleckselhemd, komm her! 

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